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Wiesenweihe - Artporträt

Ein stark gefährdeter Greifvogel

Unsere kleinste und eleganteste Weihe ist die Wiesenweihe. Mit einer Körperlänge von 39-50 Zentimetern und einer Flügelspannweite etwas über einem Meter, ist die Wiesenweihe ein recht schlanker, mittelgroßer Greifvogel. Ihr Bestand ist jedoch stark gefährdet!

Wiesenweihe (Weibchen) - Foto: Frank Derer

Wiesenweihe (Weibchen) - Foto: Frank Derer

Facts, Facts, Facts

  • 43-47 cm groß
  • sehr schlanker Vogel mit spitzen Flügeln
  • Männchen besitzt eine braun- bis aschgraue Färbung. Die Flügelspitzen sind schwarz, Weibchen hat eine unscheinbarere braune Grundfärbung
  • ernährt sich von Kleinsäuger wie Wühlmäuse, Jungvögel, Eidechsen und auch Insekten
  • in der Balzzeit kann man beobachten, wie das Männchen dem Weibchen im Flug Nahrung übergibt


Lebensweise:
Als Langstreckenzieher überwintert die Wiesenweihe im fernen Afrika südlich der Sahara. Die ersten zurückkehrenden Männchen können in Brandenburg ab Mitte April beobachtet werden. Als eine Besonderheit unter den Greifvogelarten brüten die Weihen am Boden.

Lebensraum in Brandenburg:
Brutvorkommen der Wiesenweihe konzentrierten sich in Brandenburg in den 70er Jahren auf die großen ehemaligen Niedermoore und Luchgebiete in den Kreisen Havelland, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming, wo zur Brut vor allem die Verlandungszonen größerer Seen sowie Getreide genutzt wurde. Seit Ende der 90er Jahre wurden vermehrt intensiv genutzte Ackerflächen besiedelt, in denen die Bruten fast ausschließlich im Getreide, Feldgras oder Luzerne zu finden sind.

Fortpflanzung:
Ab Mitte April kann der Langstreckenzieher dann wieder bei uns beobachtet werden. Sofort nach der Ankunft beginnt die Balz und die dazugehörigen spektakulären Schauflüge. Loopings, Sturzflüge und schraubenartige Drehungen gehören zum festen Bestandteil seines Auftritts. Als Bodenbrüter baut die Wiesenweihe ihr flaches Nest in Getreidefeldern und Ackergrasflächen.



  • Wiesenweihe mit Beringung - Foto: Herbert Henderkes
  • Wiesenweihe (Männchen) im Anflug auf Nest - Foto: Herbert Henderkes

Vorkommen in Brandenburg:
Der Wiesenweihenbestand ist durch teils starke Schwankungen in Abhängigkeit zu Feldmauspopulation oder Brutplatz geprägt. Einen starken Rückgang erlitt diese Art Mitte der 1990er Jahre. So gab es 1996 sogar keinen einzigen Brutnachweis in Brandenburg.
Bis Ende der 2000er Jahre gab es dank naturschutzfachlichen Schutzmaßnahmen wieder einen Aufschwung. Es kam zu einem starken Bestandsanstieg und der Wiederbesiedlung ehemaliger Brutgebiete. Mit dem Rückgang der Bracheflächen nach 2007 kam es erneut zu lokalen Abnahme bis hin zur gänzlichen Aufgabe der Brutgebiete. Laut der aktuellen Rote Liste der Brutvögel in Brandenburg gibt es in Brandenburg 44 bis 49 Brutpaare (Stand 2015/16).

Gefährdung:
Da die meisten Nester auf Äckern gebaut werden, stellen die Ernte (u.a. Mähdrescher) eine Gefahr für die seltenen Vögel dar. Durch die frühe Ernte im Juni bis August haben die jungen Wiesenweihen nicht genug Zeit, flügge zu werden. Teilweise werden auch schon die Eier zerstört. Der Mähdrescher ist in vielen Fällen ihr früher Tod. Eine zusätzliche Gefahr besteht für die Eier und Jungvögel durch Beutegreifer. Vor allen Dingen Wildschwein, Fuchs, Hauskatze, Rabenvögel und andere Greifvögel sind eine große Gefahr.
So ist die Wiesenweihe in Brandenburg auf der Roten Liste der Brutvogelarten in der Kategorie „stark gefährdet“ geführt. Ohne konkrete Schutzmaßnahmen können kaum Jungvögel ausfliegen und die Art würde sehr schnell aussterben.


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