Der NABU für Wölfe in Brandenburg
Ein Zusammenleben ermöglichen
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Nach der Unterschutzstellung in den 1990er und der darauffolgenden Rückkehr ist der Wolf wieder ein fester Bestandteil unserer Ökosysteme geworden. Selten hat eine Art so viel Begeisterung und Unmut zugleich ausgelöst. Besonders Brandenburg als eines der wolfreichsten Bundesländer ist gefordert, Lösungen zu finden, die ein konfliktarmes Miteinander von Weidetierhaltung und Wolfsvorkommen ermöglichen. Der NABU Brandenburg nimmt diese Herausforderungen ernst und setzt sich für ein umfängliches Wolfmanagement ein.
Schon gewusst?
Seit der Rückkehr des Wolfes nach Deutschland sind keine Menschen durch den Wolf verletzt oder getötet worden, wie die NINA-Studie aus 2002 belegt. Außerdem waren 66 % der 2023 in Brandenburg gerissenen Weidetiere nicht durch wolfsabweisende Herdenschutzmaßnahmen geschützt.
Mehr Fakten zum Wolf gibt es in unserem FAQ!
Stellschrauben im Wolfsmanagement sind vor allem die Wolfsrisse an Nutztieren, zum anderen die Besorgnis von Bewohner*innen vor Begegnungen mit Wölfen. Für den NABU Brandenburg ist es besonders wichtig Aufklärung über die Biologie des Beutegreifers zu leisten sowie die Ergreifung von Präventionsmaßnahmen und deren Förderung sowie der angemessene finanzielle Ausgleich für Tierhalter im Schadensfall zu fördern.
Seit vielen Jahren bringt sich der NABU immer wieder ein in politische Prozesse und bot im Rahmen des Projektes "Akzeptanz für den Wolf" in den Jahren 2014/2015 praxisnahe Weiterbildungen für Landnutzer an. Der Landesverband brachte sich bei der Erstellung des Wolfmanagementplanes und dessen Überarbeitung ein. Auch an der zuletzt 2022 aktualisierten Brandenburgischen Wolfsverordnung arbeiteten Fachleute des NABU Brandenburg intensiv mit.
Brandenburg ist Wolfsland
Der Wolf gehört zu einem unsere Top-Prädatoren in der Kulturlandschaft. Er sorgt für die „Hygiene im Wald“, indem er vor allem auf krankes und schwaches Wild jagt und ist somit ein Treiber des natürlichen Waldumbaus. Mit 52 Rudeln und 62 bestätigte Territorien ist Brandenburg damit vor Niedersachen und Sachen zu den drei wolfreichsten Bundesländern.
Der NABU Brandenburg fordert...
...den Wolf nicht ins Jagdgesetz zu nehmen.
Die Abschwächung des Schutzstatus des Wolfes als auch seine Aufnahme ins Jagdgesetz lehnt der NABU Brandenburg ab. Die Jagd verursacht mehr Bewegung und Stress für die Wölfe. Sie sind dadurch gezwungen, schneller Beute zu machen, wodurch schlecht geschützte Nutztiere leichte Opfer darstellen.
...keine Abschussquote, aber eine gezielte Entnahme von Problemwölfen.
Allgemeine Abschussquoten können die Rudelstruktur zerstören und folglich durch verändertes Jagdverhalten sogar zu einem erhöhtem Rissgeschehen führen. Eine gezielte, unbürokratische Entnahme von Einzeltieren, die ein problematisches Verhalten aufweisen, ist in Bedarfsfällen sinnvoller.
...mehr Unterstützung für Tierhalter*innen.
Einen Schwerpunkt im Wolfsmanagementes bildet die Prävention. Der NABU Brandenburg fordert eine konsequente Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen, wie Zäune oder Herdenschutzhunde. Die anhaltenden Schäden durch die Wölfe sind hauptsächlich auf die noch immer nicht flächendeckenden Herdenschutzmaßnahmen zurückzuführen. In 83 % der Schadensfälle gab es keinen oder nur einen geringen Schutz der Weidetiere.
Mehr Infos in unserem FAQ zum Wolf.