Windpark Sonnenburg vom Tisch
Gemeinsamer Erfolg für Wiedehopf, Heidelerche & Co.
BI Gegenwind Altgaul - Erfolg
12. Juni 2026Ja, der Ausbau erneuerbarer Energien ist wichtig. Auch wir als NABU Brandenburg stehen dafür. Aber: Der Standort entscheidet. Und dieser Standort ist hochproblematisch. Denn genau zwischen den beiden wertvollen Naturschutzgebieten „Hutelandschaft Altranft-Sonnenburg“ und „Trockenrasen Wriezen und Biesdorfer Kehlen“ sollte ein Windpark mit neun bis zu 270 Meter hohen Anlagen entstehen.
Mithilfe von Spenden konnten wir ein unabhängiges ornithologisches Gutachten finanzieren. Das Ergebnis war alarmierend: Das beplante Gebiet ist Lebensraum zahlreicher geschützter Arten – darunter Greifvögel, Kraniche, Wiedehopf, Brachpieper, Sperbergrasmücke und Feldlerche. Und rechtlich ist es so: Die Beeinträchtigung des Nahrungshabitats und die Erhöhung des Tötungs- und Verletzungsrisikos der in den Schutzgebieten lebenden Vögel stellt somit eine Beeinträchtigung der Naturschutzgebiete dar.
Wir bedanken uns bei den vielen Menschen, insbesondere der BI "Gegenwind Altgaul", die sich unermüdlich engagiert haben, um diese Landschaft mit ihrer artenreichen Vogelwelt zu schützen. Das verdeutlicht, wie wichtig den Menschen „ihre“ Natur vor Ort ist und, dass wir mit guten Argumenten und gemeinschaftlicher Anstrengung etwas Großes erreichen können.
Und wir danken allen Spenderinnen und Spendern, die die Finanzierung des ornithologischen Gutachten ermöglicht haben.
Aufgrund der fachlichen Argumente hatte die Regionale Planungsgemeinschaft Oderland-Spree beschlossen, den so genannten Windpark Sonnenburg im Teilregionalplan "Erneuerbare Energien" nicht als Windvorranggebiet auszuweisen. Bereits zuvor hatte die Stadtverordnetenversammlung Wriezen die Aufhebung eines diesbezüglichen Bebauungsplanverfahrens beschlossen.
Nach etlichen Gesprächen und mehreren anwaltlichen Schreiben hat das Landesamt für Umwelt (LfU) nun einen der beiden Genehmigungsanträge abgelehnt. Als Grund wurde ebenfalls die Beeinträchtigung der angrenzenden Naturschutzgebiete angegeben. Der zweite Genehmigungsantrag wurde seitens des Vorhabenträgers jetzt zurückgezogen.
Wiedehopf mit erbeuteter Ödlandschrecke - Foto: NABU/CEWE/Thomas Hinsche
Warum dieser Windpark problematisch war
Die beiden Schutzgebiete sind geprägt von artenreichen Trockenrasen – wertvolle Lebensräume für Insekten und seltene Vogelarten, viele davon auf der Roten Liste Brandenburgs. Der geplante Windpark hätte dieses sensible Ökosysteme massiv beeinträchtigt. Betroffen wären unter anderem:
- Wiedehopf
- Brachpieper
- Heidelerche
- Sperbergrasmücke
- verschiedene Greifvögel
- sowie der stark gefährdete Große Abendsegler (Fledermaus)
Diese Arten sind nicht auf die Schutzgebiete allein beschränkt – sie nutzen auch die umliegenden Flächen, genau dort, wo gebaut werden soll. Die Kartierungen (Februar–Juli 2024) belegen: Im Umkreis von drei Kilometern wurden 42 Brutplätze von Groß- und Greifvögeln sowie weitere Revierzentren nachgewiesen.
