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Igelhilfe - aber richtig!

Igelhilfe - aber richtig!

Winterschläfer lieben naturnahe Gärten

Igel

Igel siedeln sich bevorzugt in Hecken, Sträuchern, Holz- und Laubhaufen an. Mittlerweile finden sie sich in Dörfern und Städten in größerer Zahl als in ausgeräumten Agrarlandschaften.

In der Dämmerung und nachts gehen Igel auf die Suche nach Laufkäfern, Regenwürmern, Larven und anderen Insekten. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Annahme ernähren sie sich nicht von Früchten und Gemüse.

Erheblichen Einfluss auf Lebensraum und Bestand des Igel hat der Straßenverkehr; in Brandenburg werden jährlich Hunderte Igel überfahren. Ein Grund ist das Zerschneiden von Lebensräumen durch den immer noch zunehmenden Straßenbau. Auf der Pirsch wandern Igel durch große Gebiete von bis zu 100 Hektar Größe und müssen daher oft Straßen überqueren.

Durch chemische Schädlingsbekämpfungsmittel wie Schneckenkorn und Rattengift sowie durch Pestizide und Kunstdünger werden Nahrungsgrundlagen vernichtet. Der unvorsichtige Einsatz von Gartengeräten und Laubsaugern sowie das Verbrennen von Laub kann Tiere schwer verletzen und zerstört Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten.

Intensive Wirtschaftsweisen, Flurbereinigung sowie die Auslichtung von unterholzreichen Laubwaldsäumen, naturnahen Parkanlagen und verbuschten Wiesen rauben dem Igel mehr und mehr Lebensraum und Nistgelegenheiten.

Den besten Schutz für Igel bietet ein naturnaher Garten, der mit einer Blumenwiese, einheimischen Sträuchern und Unterschlupfmöglichkeiten gestaltet ist. Auch das Aufstellen eines Igelhäuschens ist möglich.
Das Bundesnaturschutzgesetz gestattet nur als Ausnahme, hilfsbedürftige Igel vorübergehend in Pflege zu nehmen. Sobald sich die geschützten Wildtiere in der Natur selbstständig erhalten können, müssen sie wieder in die Freiheit entlassen werden. Dies sollte jedoch in der Gegend geschehen, in der das Tier gefunden wurde.

Tiere, die der Hilfe bedürfen, sind:

  • Verwaiste, hilflose Igelsäuglinge

  • kranke, verletzte oder auch tagaktive Igel, die meist abgemagert sind (hervorstehende Hüftknochen, eingefallene Augen)

  • nach Wintereinbruch tagsüber herumlaufende Igel, die sich kein ausreichendes Fettpolster mehr anfressen konnten
Junge Igel sind im Herbst auch tagaktiv, um sich Fettreserven anzulegen. Nur wenn ein Tier noch Mitte November unter 400-500g wiegt, sollte es aufgenommen beziehungsweise einer Igelstation übergeben werden. Igelstationen sind allerdings nur geeignet, wenn sie in der Nähe des Igel-Fundortes liegen!

Zur Fütterung eines Igelpfleglings eignet sich nur nicht verderbliches Hundetrocken- oder Softfutter, als Getränk Wasser oder für schwache Tiere ungesüßter Fenchel- oder Kamillentee. Milch darf nicht gegeben werden!
Unterkühlte Igel legt man am besten auf eine handwarme, handtuchumwickelte Wärmflasche. Rotlicht, Heizkissen oder Baden vertragen die Tiere dagegen nicht.
Erholt sich der Igel nicht innerhalb einiger Stunden, sollten Sie so bald wie möglich einen Tierarzt oder, falls in der Umgebung vorhanden, eine Igelstation aufsuchen.

Weitere Informationen:

Broschüre "Der Igel - Pflegefall oder Outdoor-Profi?", 20-seitige Broschüre, A5 mit farbigen Abbildungen

Einzelbezug gegen Einsendung von fünf Briefmarken à 0,55 Euro.

Bestellung beim
NABU Brandenburg
Lindenstraße 34
14467 Potsdam


Lesen Sie hier auf der Internetseite des NABU-Bundesverbandes weiter:

Unterschlupf für Winterschläfer

Naturnahe Gärten sind der beste Igelschutz

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