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Licht am Ende des Tunnels

Licht am Ende des Tunnels

Pilotanlage zum Schutz der Kubanischen Landkrabbe funktioniert

Der von engagierten Naturschützern aus Brandenburg angestoßene Bau einer Muster-Tunnelanlage zum Schutz der kubanischen Landkrabbe ist in diesem Frühjahr abgeschlossen worden und zeigt bereits erste Erfolge. Im Frühjahr waren Susanne Leber und Reinhard Baier vom NABU Brandenburg vor Ort und fanden eine funktionierende Pilotanlage vor. Bis zu deren Fertigstellung war es ein langer Weg (siehe untenstehender Bericht), doch hat es sich gelohnt: die meisten Krabben akzeptierten den Tunnel und wanderten unbehelligt zur Eiablage ans Meer und wieder zurück in die Mangrovenwälder. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn viele Faktoren wie z.B. Tunnelausmaße, Luftzug, Feuchtigkeit müsssen stimmen, damit Tiere ein Tunnelsystem auch annehmen.

Die Erkenntnisse aus dem Verhalten der Krabben, sollen dazu führen, die Kosten für die geplante weitere Anlage zu senken, um die Realisierbarkeit auf Kuba zu erleichtern.

Sehen Sie hier einen Bericht des rbb-Fernsehens dazu.
mehr rbb "Theodor" vom 10. Juli 2011 "Krabben in Kuba haben Freunde im Spreewald"


Lesen Sie hier den Artikel aus dem Naturmagazin 3/2011 "Kubanische Krabben am Tunnel"

Artikel Naturmagazin

Hilfe für die kubanischen Landkrabben

Brandenburger Naturschützer unterstützen Schutzmaßnahmen im Sumpfland von Zapata

Krabbe4

Kubanische Landkrabbe: Cangrejos-Cangrejos-Rojo

Die kubanische Landkrabbe gerät im wahrsten Sinne des Wortes immer mehr unter die Räder. Brandenburger Naturschützer mussten während eines Urlaubes auf Kuba mit ansehen, wie tausende Landkrabben totgefahren wurden. Jährlich werden schätzungsweise 3,5 Millionen Krabben überfahren. Steigt der Verkehr weiterhin an, kann die Population in den nächsten Jahren einen irregulären Schaden nehmen. Deshalb hat der Landesfachausschuss Herpetologie im NABU Brandenburg mit Hilfe der Ursula Merz Stiftung ein Projekt zum Schutz der Landkrabben (Gecarcinus lateralis) gestartet.

Die "Ciénaga de Zapata" im Süden der Provinz Matanzas ist eine der wichtigsten Naturregionen Kubas. Ihre Ausdehnung beträgt 600.000 Hektar. Die Region besitzt eine großartige Flora und Fauna. Sie beherbergt Dutzende Vogelarten sowie 37 Reptilienarten. Crocodylus rhombifer, eine kubanische Krokodilspezis, ist eines der meist bedrohten Tiere, aufgrund des eingeschränkten Lebensraumes. Fische der Süß- und Salzwasserregion, Amphibien, Säugetiere und Krebstiere gestalten die breite Artenvielfalt dieser Landschaft.

Krabben auf Strasse

Zu Tausenden überqueren die Landkrabben die Küstenstraße.

Jedes Jahr - in der Zeit von April bis Juni - belagern Millionen von Landkrabben die Küstenstraße in diesem Gebiet. Die Tiere bewegen sich, ihrem biologischen Trieb folgend, aus den Mangrovenwäldern auf direktem Weg in Richtung Meer, um sich dort zu paaren. Danach kehren sie in die Wälder zurück - nur, damit kurze Zeit später die befruchteten weiblichen Tiere zu einer zweiten Wanderung aufbrechen, um ihre Eier im Meer abzulegen und dann wieder den Rückweg anzutreten. Schließlich wandern auch noch die Jungtiere vom Meer in den Wald.

Mit der ca. 1961 gebauten bis zu 7 Meter breiten Küstenstraße ist für die wandernden Krabben eine Barriere entstanden, die aufgrund des stetig wachsenden Fahrzeugverkehrs zunehmend undurchlässiger wird. Der Bestand der kubanischen Landkrabben ist in Gefahr.

Abendstimmung

Ohne die Landkrabben gerät das biologische Gleichgewicht in Gefahr.

Die Folge wären nicht abzuschätzende ökologische Veränderungen in den Mangrovenwälder, da die Krabben dort für die Durchlüftung des Bodens, den Eintrag organischer Stoffe und die Entwässerung sorgen. Außerdem sind Auswirkungen auf den Fischbestand vor der Küste zu erwarten (mit Folgen für die heimische Fischerei), da die Krabbenlarven den Fischen als Nahrung dienen.

Die ehrenamtliche Arbeitsgruppe "Cangrejos" (span. Krabbe) im Landesfachausschuss Herpetologie des NABU Brandenburg will gemeinsam mit den kubanischen Naturschutzeinrichtungen im dortigen Biosphärenreservat in einem Pilotprojekt wirksame Schutzanlagen, bestehend aus Tunneln und Leiteinrichtungen entlang der Küstenstraße entwickeln. (Eine einfache Leiteinrichtung - ähnlich der stationären Krötenschutzzäune wie wir sie aus Deutschland kennen, hilft hier leider nicht, da die Krabben übereinander klettern und so lebende Aufstiegshilfen für die nachkommenden Tiere sind.)

Im Rahmen des Projektes sollen 2 Varianten von Leiteinrichtungen und Durchlässen gebaut und auf ihre Brauchbarkeit getestet werden.

Projektleiterin
Eva-Maria Wagner, Zeuthen

Naturmagazin-Artikel von Eva-Maria Wagner (PDF, 11 KB)
Naturmagazin_Artikel von R. Baier und S. Leber
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