Igelschutz
Themenstunde
Braunbrustigel - Foto: M. Scharping
In der kleinen Reihe „Naturfreundlich Gärtnern“ im Haus der Naturpflege Bad Freienwalde haben wir uns nach den Fledermäusen am 24. April einer weiteren bedrohten Tierart gewidmet – dem Igel. Denn auch dieses putzige Stacheltier ist durch den Verlust an Lebensraum und Nahrung gefährdet – hinzu kommen noch Unfälle im Straßenverkehr, sowieso neuerdings durch permanent laufende Mähroboter, die nachts durchgehend fahren und Igel im wahrsten Sinne des Wortes „schreddern“ (selbst wenn Hersteller solcher Mähroboter damit werben, dass das Gerät Igel erkennen würde) – wer einmal ein Bild solcher Verletzungen gesehen hat, wird sich dieser Gefährdung besonders bewusst.
Die Veranstaltung
Was haben Igel, Feldhasen und Fledermäuse gemeinsam? Sigrid Widowski vom NABU Neuenhagen (bei Berlin) ist seit 10 Jahren ehrenamtlich in der Igelhilfe tätig und beantwortete spannende Fragen rund um dieses kleine nachtaktive Wildtier, das so gern unsere Gärten besucht. Die Gruppe der Säugetiere lebt seit ca. 50 Millionen Jahren auf der Erde – sein heutiges Aussehen hat der Igel seit ca. 15 Millionen Jahren. Er steht wie die Feldhasen und Fledermäuse auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten in Stufe 3 (Vorwarn-Stufe). Demnach stehen diese Wildtiere unter besonderem Schutz und dürfen nicht einfach der Natur entnommen werden – es sei denn, sie sind hilfsbedürftig und werden durch Fachkundige betreut. Welchen Aufwand das in der Praxis bedeutet, worauf man unbedingt zu achten hat, und was man alles falsch machen kann, konnte Sigrid Widowski anschaulich erklären. Außerdem gab es Tipps zur Schaffung von Strukturen für einen igelfreundlichen Garten, der ihm Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten bietet. Und ebenso sind alle Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt von großer Bedeutung, die auch den Insekten zu Gute kommen – denn sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für Igel & Co. Sie lieben einen giftfreien Garten, ohne Insektengifte, Schneckenkorn o.ä. – denn auch Schnecken stehen auf der Speisekarte. Leider werden auch vergiftete Schnecken gefressen, was sie dann ebenfalls trifft. Ob Laub-, Holz- oder Steinhaufen, sowie dichtes Gebüsch – jeder Gärtner kann in seinem Garten Unterschlupf für Tiere schaffen. Auch Durchlässe im Gartenzaun sind wichtig, denn Igel durchstreifen auf ihrer Nahrungssuche zahlreiche Gärten in der Umgebung. Bei Hitze sollte den Tieren unbedingt ausreichend frisches Wasser (keine Milch!) in flachen Tränken angeboten werden – aber Vorsicht am Gartenteich: dieser kann sich als Falle erweisen, wenn die Igel hineinfallen und kein Brett als Ausstiegshilfe finden, müssen sie ertrinken.
Igel im Winter
Und was tun, wenn kurz vor dem Winter Igel noch kein Winterquartier gefunden haben? Hier spielt der fachliche Blick auf den Zustand des Tieres eine wesentliche Rolle. Ist das Tier gesund und unverletzt, und bringt ausreichend Gewicht auf die Waage, könnte es je nach Jahreszeit noch schaffen, selbst einen geeigneten Platz zu finden. Ist dies nicht der Fall, sollte ihm unter fachkundiger Anleitung geholfen werden. Aber nicht jedes Tier in unserer Nähe braucht Hilfe – erst sollte es beobachtet werden. Auf der Internetseite www.pro-igel.de gibt es mehr Infos.
