Eine überraschte Erdkröte - Foto: E.Bilek
Hüpf in die Amphibienwelt
Amphibienexkursion Biesenthaler Becken - 2026
Die klassische Moorlandschaft im Biesenthaler Becken - Foto: E. Bilek
Am 21.03. waren wir in den Abendstunden unterwegs im Biesenthaler Becken. Dieses besondere Areal ist eiszeitlichen Ursprungs. Es ist historisch eine Landschaft, in der sich Trockenrasen mit feuchten Flächen mit zahlreichen (Klein)Gewässern abwechselt, denn hier sammelt sich Wasser aus der Umgebung. Mehrere Fließe laufen in das Becken hinein - nur die Finow entwässert das Areal und das auch nur langsam - wodurch Moore, Erlenbrüche, Tümpel usw. entstehen könnten.
Das ist auch der Grund, warum das Biesenthaler Becken prädestiniert ist für Amphibien, so Andreas Krone, ehrenamtlicher Schutzgebietsbetreuer für das Biesenthaler Becken. Es ist zur Hälfte im Besitz der NABU-Stiftung Naturerbe, wodurch Naturschutzmaßnahmen besonders effektiv umgesetzt werden können.
Andreas Krone erklärt den Gästen alles über die Amphibienwelt - Foto: E. Bilek
Gebannt lauschten wir dem Fortpflanzungsverhalten und der allgemeinen Lebensweise dieser wundersamen, so veränderlichen und empfindlichen Wesen. Denn um die Amphibien steht es in Deutschland nicht gut. Fast alle Arten sind im Rückzug begriffen, sind bereits gefährdet oder auf dem Wege dorthin. Das ist ein beunruhigendes Zeichen, denn durch ihre durchlässige haut reagieren sie empfindlich auf Umweltverschmutzungen und sind damit ein guter Indikator für Umweltbelastungen. Nicht zuletzt weißt das auf ein weiteres Thema hin, welches besonders in Brandenburg immer brennender wird: Wassermangel. Amphibien sind mindestens für ihre Fortpflanzung auf Gewässer angewiesen. Durch zunehmenden Wassermangel führen viele Kleingewässer nicht genug Wasser, fallen zu früh trocken, oder sind zu stark belastet, sodass die Populationen einbrechen.
Zum Glück sieht es im Biesenthaler Becken anders aus: Da das Areal zu großen Teilen im Besitz der NABU-Stiftung ist, werden die Flächen hier nur extensiv bewirtschaftet, teilweise wiedervernässt oder im Sinne der Artenvielfalt verändert, sodass es den Amphibien als Brückenbauern zwischen Wasser- und Landlebensräumen recht gut geht. Die Maßnahmen lösen eine ganze Kaskade an Effekten aus: denn neben den Amphibien geht es hier auch den Insekten und bspw. Vögeln gut, welche entweder selbst Wasservögel sind, sich von den Amphibien ernähren oder sichere Brutplätze in umfluteten Gebieten finden.
Somit war die Exkursion nicht nur in Bezug auf Amphibien sehr lehrreich, sondern ein Blick über den Tellerrand hinaus in ein besonders artenreiches Areal und Ökosystem: das Biesenthaler Becken. Eine wahre Perle Brandenburgs.
