Drohnengestützter Wildtierschutz
Einsatz von Drohnentechnik im Wildtierschutz
Hier wird mal aus der Vogelperspektive ein Auge aufs Feld geworfen - Foto: Martin Neufeld
Wie können wir Technik Nutzen um die Natur zu schützen?
Diese Frage beschäftigt Naturschutzvereine und Ehrenamtliche immer mehr in der modernen Zeit. Gerade die fortlaufende Entwicklung der Drohnentechnik erschafft im Bereich Naturschutz eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Mit immer leiseren Flugmechanismen, immer besserer Kameratechnik und vielseitigen Programmen könnten Sie dabei helfen, Artbestände auf einer Fläche zu bestimmen, individuelle Tiere (z.B. Rehkitze oder Jungvögel) vor Mähdreschern und weiteren landwirtschaftlichen Geräten retten oder uns neue Möglichkeiten der Geländeanalyse ermöglichen!
In unserer Veranstaltungsreihe ging es darum verschiedene Akteure miteinander zu verknüpfen und zu erfahren, was den modernen Wildtierschutz ausmacht.
Erfahrungsaustausch zu Ökologie, Recht und Technik
Einstiegstermin am 24. Januar 2026
Am 24. Januar 2026 sind wir der Frage nachgegangen, wie wir mittels Einsatzes von Drohnentechnik den Wildtierschutz verbessern können. Dabei ging es vor allem um Grün- und Offenland und dessen Bewohner – insbesondere Rehe bzw. Rehkitze und bodenbrütende Vögel, wie die Wiesenweihe.
Zu diesem Zweck hörten wir Vorträge mehrerer Verbände und Organisationen zu verschiedenen Aspekten, angefangen von der Ökologie bzw. der konkreten Artenkenntnis, über den Einsatz der Technik, Verbandsstrukturen bzw. Arbeitsabläufe und rechtliche Aspekte, die es zu beachten gilt.
Über die Vorträge
Der Wiesenweihenschutzverein Nordostdeutschland e.V. startete mit einem Vortrag zu dieser mittlerweile stark bedrohten Art. Der zierliche Raubvogel ist auf Offenlandschaften, insbesondere Wiesen und Felder, für seinen Bruterfolg angewiesen, ist aber wie fast alle Vögel der Agrarlandschaften durch unterschiedliche Faktoren stark bedroht.
Die Rehkitzrettung Brandenburg e.V. führte uns ein in die ihre Verbandstrukturen, erklärte wie Arbeitseinsätze koordiniert werden und ablaufen und nicht zuletzt haben wir viel über das Reh bzw. Rehkitze erfahren und warum die Mahd ein so großes Problem für sie darstellt.
Nach der Mittagspause hörten wir einen Vortrag von Anne Grohmann vom Landesamt für Umwelt bzw. der staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg. Darin wurden Artenporträts zu weiteren stark bedrohten Bodenbrütern gegeben und die rechtlichen Rahmenbedingungen zu deren Schutz erläutert.
Wildtierschutz in Grün- und Offenland - drohnengestützte Methoden - Exkursion im Westhavelland
Exkursion am 11. April 2026
Vorführung der Thermal Drones - Foto: Martin Neufeld
Bei kühlen Temperaturen und im Morgengrauen trafen wir uns am 11. April 2026 an der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg. In Kleingruppen ging es zunächst zu den umliegenden Wiesen, wo uns Anne Grohmann vor Ort eine Einführung in die Vogelfauna und die Besonderheiten des Gebiets gab.
Neben dem Kiebitz und Wiesenpieper konnten wir den Brachvogel beobachten – alles Limikolenarten, deren Bestände in Brandenburg stark unter Druck stehen.
Über die Veranstaltung
Den technischen Schwerpunkt des Tages bildete eine Vorführung durch Tobias Dahms von der Firma Thermal DRONES GmbH. Er stellte verschiedene Verfahren vor, darunter ein POI-basiertes System ~ Point of Interest, KI-gestützte Erkennungsmethoden zur automatischen Arterkennung sowie autonome Rasterflüge. Die Kombination aus Wärmebildtechnik und algorithmischer Auswertung machte deutlich, welches Potenzial diese Methoden für großflächige Wildtiererfassungen – etwa zum Schutz von Gelegen vor der Mahd – bereits heute haben.
Nach der Vorführung besichtigten wir die Ausstellung der Vogelschutzwarte, bevor ein Abstecher zu einem Beobachtungsturm die Exkursion abrundete: Großtrappen bei der Balz – ein seltener Anblick.
Herzlichen Dank an Anne Grohmann und Tobias Dahms für einen informativen und abwechslungsreichen Tag.
Exkursion in Märkisch-Oderland zu Wiesenweihen
Exkursion am 26. Juni 2026
Professionelle Drohne der Rehkitzrettung - Foto: Martin Neufeld
Bei bestem Wetter trafen sich die Teilnehmenden der Abschlussexkursion unserer Veranstaltungsreihe „Wildtierschutz im Grün- und Offenland – drohnengestützte Methoden“ am 6. Juni 2026 am Kulturhafen in Groß Neuendorf. Von dort aus machten wir uns gemeinsam auf den Weg in die umliegende Kulturlandschaft des Oderbruchs, um die Einsatzmöglichkeiten moderner Drohnentechnik im praktischen Naturschutz kennenzulernen.
Über die Veranstaltung
Vor Ort erwartete die Teilnehmenden eine Reihe spannender Fachimpulse. Themen waren unter anderem die Entstehungsgeschichte des Oderbruchs, die besonderen hydrologischen Bedingungen sowie die charakteristische Nutzung und Ökologie der Region. Zudem erhielten wir Einblicke in die lokale Vogelfauna und die Bedeutung des Vogelschutzgebietes für seltene und gefährdete Arten.
Zu den Referierenden zählten Simone Müller vom Wiesenweihen- und Naturschutzverein Nordostdeutschland e.V. sowie Tobias Dahms, Mitgründer der Thermal DRONES GmbH aus Greifswald. Tobias Dahms stellte verschiedene Drohnensysteme und deren Einsatzmöglichkeiten im Wildtierschutz vor und erläuterte die technischen und praktischen Herausforderungen der Drohnenbefliegung.
Im Anschluss ging es in die Praxis: Gemeinsam wurden umliegende Flächen mit Drohnen abgesucht, um nach Wiesenweihen Ausschau zu halten. Dabei konnten die Teilnehmenden die Technik direkt im Einsatz erleben. Tatsächlich gelang es, ein Wiesenweihen-Nest mittels Wärmebildtechnik zu lokalisieren und aus sicherer Entfernung zu beobachten – ein besonderer Höhepunkt der Exkursion.
Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Austausch bei kühlen Getränken am Kulturhafen. Neben den Teilnehmenden waren auch Vertreter verschiedener Verbände und Initiativen, darunter die Rehkitzrettung Brandenburg e.V., anwesend. Die Veranstaltung bot eine wertvolle Gelegenheit zur Vernetzung und zum fachlichen Austausch zwischen Naturschutz, Ehrenamt und Technik.
Die Exkursion bildete einen gelungenen Abschluss der Veranstaltungsreihe. Sie zeigte eindrucksvoll, wie moderne Drohnentechnologie den Schutz gefährdeter Arten unterstützen kann und wie wichtig der Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren im Natur- und Artenschutz ist. Gleichzeitig konnten sowohl technische als auch ökologische Kenntnisse rund um die Vogelwelt des Offenlandes, insbesondere die Wiesenweihe, vertieft werden.
