Brandenburg.NABU.de Projekte & Aktionen Stunde der Wintervögel Ergebnisse Zusammenfassung 2012

Spatz siegt beim Kopf-an-Kopf-Rennen

Spatz entscheidet Kopf-an-Kopf-Rennen für sich

Kohlmeise folgt dichtauf / Brandenburger Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel"

Kohlmeise

Hatte zeitweise die Führung übernommen, landete am Schluss aber doch wieder auf Platz 2: die Kohlmeise

27. Januar 2012 - Nicht erst seit der Raab-Show „Unser Star für Baku“ weiß man, wie spannend ein Live-Voting sein kann. Auch bei der NABU-Aktion „Stunde der Wintervögel“ in Brandenburg lieferten sich die Besten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zeitweise hatte die Kohlmeise den Schnabel vor dem ausgemachten Favoriten, dem Haussperling, vorn. Doch nachdem inzwischen die letzten Beobachtungen in die Datenbank eingetragen wurden, ist klar, dass die ersten drei Plätze, genau wie im vergangenen Jahr an Haussperling (Platz 1 mit 12.488 Sichtungen), Kohlmeise (Rang 2 – mit 11.938 Beobachtungen), Feldsperling (Rang 3 – mit 8.268 Meldungen) gegangen sind.

Nordischer Gast in unserem Winter: Der Seidenschwanz

Seidenschwänze fanden in diesem Jahr in nördlichen Gefilden offenbar noch ausreichend Nahrung

Mit 77.734 Vögeln wurden in Brandenburg insgesamt weniger Vögel gezählt als im Vorjahr (2011: 149.497). Grund dafür ist der relativ milde Winter, da im Vergleich zum eisigen Januar 2011 weniger besorgte Vogelfreunde Futterplätze angelegt hatten und somit auch die Beobachtungsmöglichkeiten schwanden.
Weniger zu sehen waren die typischen Wintergäste wie Seidenschwanz, Wacholderdrossel und Bergfink, die als so genannte Invasionsvögel in kalten Wintern aus dem hohen Norden fliehen und bei uns ihre Energiereserven auffüllen. So rangierte der farbenfrohe Seidenschwanz in diesem Jahr nur auf Rang 54 (2011 noch Platz 28).
Dafür beobachteten am Aktionswochenende (6.-9. Januar) viele Vogelfreunde über ihren Gärten Scharen von Graugänsen, die sich normalerweise im Winter weiter südlich aufhalten. Im letzten Jahr noch auf Rang 31, landete der Wasservogel jetzt auf dem beachtlichen achten Platz.
Eicherhäher und Buchfink, im schneereichen Winter 2011 noch weiter vorn platziert, mussten sich aktuell mit Platz 12 und 16 begnügen. Offenbar fanden sie in Wald und Flur ausreichend Nahrung und waren nicht auf die Futterstellen in den Gärten angewiesen.
Die Amsel konnte in Brandenburg Platz 6 verteidigen. Sorgenvoll schauen NABU-Ornithologen aber nach Südwestdeutschland. Hier hat das „Amselsterben“, hervorgerufen durch das Usutu-Virus, deutliche Spuren hinterlassen. Deutschlandweit hat die Zahl der Amseln gegenüber dem Vorjahr um etwa ein Drittel abgenommen.

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