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Klage gegen Radwegebau

Radwegbau in der Uckermark rechtswidrig

NABU und Wildtierstiftung klagen gegen Baubschnitt Steinhöfel-Stegelitz

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Betroffen wäre das Brut- und Nahrungsrevier des seltenen Schreiadlers.

28.11.2007 Der NABU Brandenburg hat beim Verwaltungsgericht Potsdam eine einstweilige Verfügung zum Stopp des Radwegebaus zwischen Steinhöfel und Stegelitz im Landkreis Uckermark beantragt. Zuvor war bekannt geworden, dass die Bauarbeiten für den Radwegeabschnitt beginnen sollten, ohne dass eine naturschutzrechtliche Genehmigung vorliegt.

NABU-Landesvorsitzender Tom Kirschey: "Für den Radweg wurde die denkbar ungünstigste Trassenführung gewählt. Sie führt nicht nur durch eines der wenigen Reviere des Schreiadlers in Brandenburg, sondern berührt bis zu zehn Brutpaare des Kranichs, die in der Nähe des Weges brüten. Ein solche Konzentration an störungsempfindlichen Großvögeln gibt es an in Brandenburg nur an wenigen Stellen." Das Landesumweltamt Brandenburg hatte aus diesen Gründen 2005 den Bau der Trasse schon einmal abgelehnt.

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An dieser Lehrschäferei würde die Alternativtrasse vorbei führen.

Auch der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung, Hilmar Freiherr von Münchhausen zeigt sich besorgt über die jetzige Entwicklung im Radwegebau. "In Brandenburg ist die Zahl der Schreiadler stark rückläufig. Es kommt jetzt auf jedes Brutpaar an", erklärte die Deutsche Wildtier Stiftung, die sich mit einem umfangreichen Schutzprogramm für den Schreiadler in Nord-Ostdeutschland engagiert.

Noch im vergangenen Sommer hatten sich Landesumweltamt, Umweltministerium und Landkreis auf eine Alternativtrasse über Friedrichsfelde geeinigt, der auch die Naturschutzverbände zugestimmt hatten. Diese Trasse ist zwar etwas länger, bindet dafür aber die Lehrschäferei in Friedrichsfelde an und führt durch eine ausgesucht schöne Landschaft.

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Lange vor der Radwegplanung wurde die Brücke saniert.

Kirschey: "Für uns ist absolut unverständlich, dass der Landkreis nun wieder eine Kehrtwende um 180 Grad gemacht hat und auch noch ohne Genehmigung in einem derart sensiblen Schutzgebiet bauen will. Das ist eindeutig rechtswidrig."

In der Diskussion der letzten Monate wurde wiederholt eine für 300.000 Euro rekonstruierte Autobahnbrücke als Argument für die jetzt beabsichtigte Trassenführung herangezogen, weil eine andere Streckenführung diese Brücke angeblich überflüssig machen würde. Tatsächlich wurde diese Brücke im Zuge des Autobahnausbaus saniert, lange bevor die Radwegplanung begonnen wurde. Darüber hinaus wurde ihr dabei eine Funktion als Wildbrücke zugewiesen, die Wildtieren die gefahrlose Querung der Autobahn ermöglichen sollte. Die Brücke wurde also keineswegs nur für den Radweg Berlin-Usedom gebaut.

NABU und Deutsche Wildtier Stiftung bedauern die Verzögerung beim Ausbau des Radfernwanderweges Berlin-Usedom. "Wenn der Landkreis die naturschutzfachlichen Argumente und die rechtlichen Vorgaben für einen derartigen Weg ernst genommen hätte, könnte der Abschnitt auf einer naturverträglichen Trasse schon heute fertiggestellt sein", so Kirschey.

Nachtrag: Am 4. Dezember 2007 hat das Verwaltungsgericht Potsdam einen vorläufigen Baustopp verhängt, der solange bestehen bleibt, bis eine Entscheidung im Eilverfahren getroffen wird.

Am 21.12.2007 hat das Verwaltungsgericht Potsdam eine Entscheidung getroffen. Es darf nicht weiter gebaut werden. Lesen Sie dazu die NABU-Pressemeldung

zum Steckbrief Schreiadler

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